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Geschrieben von: Webmaster Sonntag, den 14. August 2011 um 20:02 Uhr

40. Brienzerseeschwimmen 2011

Unser geschätzter Ehrenpräsident René Maurer hat uns ein weiteres Mal einen amüsanten Bericht vom 40. Brienzerseeschwimmen mitgebracht.

Viel Spass beim Lesen...

rm – Wir zählen das Jahr 2011 – der Winter war ein Frühling, der Frühling dann ein Sommer und der Juli erinnerte uns bereits schon an den bevor-stehenden November und ausgerechnet am 7. August findet die 40. Aus-tragung des Brienzerseeschwimmen statt – mitten im Sommer und doch fühlte es sich an wie im Spätherbst. In der Nacht zuvor öffnete Petrus alle Schleusen und erfreute uns mit dem schon seit Wochen bekannten Nass von oben. Einziger Vorteil war der Umstand, dass der Rasen und die Pflanzgärten immer feucht waren. Leider blieben aber auch die Tomaten aufgrund der Temperatur grün und die frischen Salatpflänzli ersoffen im Wasser …

Marius und ich vereinbarten den Treffpunkt bei ihm zu Hause, weil sich sonst keiner in die antarktischen Gewässer des Brienzersees wagte. Javier entsann sich dann doch noch, uns zu begleiten und auch Marius konnte einen Nachbarn anspornen – da waren wir doch schon vier Wagemutige aus dem Baselbiet. Am Freitag traf ich dann auch noch Felix unterwegs an und er teilte mir mit, dass er bereits mit Daniel abgemacht hat und sie gemeinsam nach Brienz fahren werden. Das wären dann schon 6 Personen – wow, Superleistung! Aber meistens kommt es dann doch noch anders, denn mit den nächtlichen Regengüssen sank auch die Motivation von Ja-vier und am Sonntagmorgen sagte er sein „Eisabenteuer“ kurzfristig ab. In Brienz musste dann auch noch Daniel Forfait geben, weil er starke Rü-ckenschmerzen verspürte – aber zu viert werden wir uns doch noch den Wogen des kalten Brienzersees stellen und unsere Muttenzer Fahne opti-mal vertreten …, aber alles schön der Reihe nach!

Wie spätabends noch vereinbart, wartete ich um 9.00 Uhr vor dem Hal-lenbad auf Marius und gemeinsam holten wir Reto ab, bevor wir uns unter grossen Migros-Wolken (Cumulus-Wolken) gen Berner Oberland verscho-ben. Der Verkehr verlief flüssig (hier ist mal der Strassenverkehr gemeint) und so trafen wir auch schon nach etwas mehr als einer Stunde auf unse-rer obligaten Raststätte in Münsingen ein, wo wir unseren Kalorienhaus-halt noch etwas ausgleichen wollten. Bei nunmehr einigen warmen Son-nenstrahlen und blauen Himmelsflecken kamen wir unserem Ziel Brienz immer näher. Auf dem Thunersee schäumten leicht die kleinen Wellen und Marius und ich erinnerten uns sogleich an unsere Seeüberquerung vor ei-nigen Jahren, als wir aufgrund der Wellen zwei Schwimmzüge nach vorne kamen und wieder mit einem Wellenschlag Richtung Ausgangspunkt zu-rückgeschoben wurden. Ein mühsames Unterfangen in einem der kältes-ten Seen der Schweiz und das mitten im „November“ …, brrr…! Der Brien-zersee glänzte dann wieder mit seinen bekannten „Mintfarben“ und im Au-to verspürte man auf einmal drei „Hühnerkombis“ (im Fachjargon heisst das Hühnerhaut). Noch den Bogen beim Brienzer Openair und schon par-kierten wir unser Auto im fast leeren Parkhaus bei der Brienzer Rothorn-bahn. Beim kurzen Marsch zur Schiffländte verspürten wir aber wärmende Sonnenstrahlen und somit erfreute dies auch unser Gemüt.

Felix und Daniel waren schon beim SLRG Zelt und von den Brienzern wur-den wir mit einem herzlichen „Willkomm“ begrüsst. Hanspeter informierte uns sofort, dass wir die verkürzte Strecke, sprich 1,7 km schwimmen wer-den, da die Wassertemperatur 17° „warm“ war. Nun kam das grosse Rechnen, wie wohl diese Temperatur zustande kam. Die Quersumme der Postleitzahl von Brienz stimmte nicht, wie auch die Teilnehmerzahl von 24. Auch die Anzahl Schiffe auf dem See führte zu keinem eindeutigen Er-gebnis und somit akzeptierten wir mal mit Vorsicht diese 17°. Die Anmel-dung war dann nur noch Formsache.

Nach einer kurzen allgemeinen Begrüssung der Teilnehmer mit entspre-chenden Verhaltensregeln auf dem See fassten wir erstmalig gelbe Bade-mützen und verteilten uns sodann auf die Boote, welche uns über den See zum Näseli transportierten. Wir hatten Glück, denn die Sonne schien noch immer, aber die Farbe „mint“ des Sees blieb bestehen – also auch dieses Jahr wieder eine coooole Angelegenheit …

Am Näseli angekommen, begannen die traditionellen Melkfettschmierun-gen von Gelenken, Schwimmhäuten und sonstigen Körperteilen, welchen der kalte See etwas antun könnte.

Als auch die begleitenden Bootsführer informiert waren, ertönte das Start-signal und die 24 Teilnehmer begaben sich auf die kalte Strecke von 1,7 km bis zu Schiffländte Brienz. Anscheinend hatten die ersten recht kalt, denn sie zogen mit schnellen und langen Armzügen von dannen, während sich Felix, Marius und ich langsam in den See gleiten liessen.

Reto sputete sich und war auch schon nach kurzer Zeit in Front anzutref-fen, während sich Felix nach links und Marius und ich nach rechts abdrif-ten liessen. Das Ziel war aber für alle das gleiche und bekannt. Kurz vor dem Ziel haben wir aber dennoch die diensthabenden Polizisten auf dem Polizeiboot nach dem Weg gefragt, damit wir uns nicht verschwammen …!

Wie jedes Jahr sind wir Muttenzer die Besenschwimmer und steigen als letzte aus dem Wasser. Getreu dem Motto, dass wir doch nicht den langen Weg auf uns nehmen, um raschmöglichst über den See zu schwimmen. Wir geniessen das Ambiente im Brienzersee und somit war es nicht ver-wunderlich, dass wir praktisch doppelt so lange im Wasser waren, wie die ersten Schwimmer. Eine coole Sache und mit Sonnenschein war es auch dieses Mal wieder ein schönes Erlebnis.

Die warme Dusche wärmte unsere Gliedmassen wieder auf und pünktlich standen wir wieder auf der Matte, um die Medaillen in Empfang zu neh-men. Felix, Marius und ich wurden sogar mit einer zusätzlichen Flasche Wein beglückt, da wir schon seit vielen Jahren auf der Startliste standen.

Zum Abschluss gab’s im „wisse Chriitz“ noch ein gemütliches Essen und nach den starken Regenschauern machten auch wir uns wieder auf den Weg in Richtung Heimat, wo wir einmal mehr unfallfrei, zufrieden, aber mit einem Sonnenbrand ankamen. Nächster Termin: 5. August 2012.